Marlene (1983) / Fedora
Hollywood Gothic
18.09.2026 52 min
Zusammenfassung & Show Notes
Über eine Dokumentation, die im Kino um die Welt gegangen ist und mit Preisen überschüttet wurde, spricht Monty Arnold heute mit der Schauspielerin und Drehbuchautorin Karola Oswald – unter anderem.
Hollywood Gothic
A) Marlene
Deutsch-amerikanisches Filmportrait von 1983
Seit zehn Jahren hat sich Marlene Dietrich, der allergrößte deutsche Weltstar, in ihrer Wohnung in Paris verbarrikadiert. Die Diva will sich ihrem Publikum im Stadium des Verfalls nicht mehr zeigen. Sie gestattet ihrem Kollegen Maximilian Schell ein Film-Interview unter der Bedingung, dass sie darin nicht zu sehen, sondern nur zu hören ist.
Dieser Dokumentarfilm, der uns Marlene optisch nur in alten Film- und Wochenschau-Ausschnitten zeigt, ist selbst zur Legende geworden. Die Dietrich redet über Gott („meschugge“), ihre Karriere („hab ich nie ernst genommen“), den „Blauen Engel“ („der hängt einem doch zum Hals raus“) und begründet ihre Unsichtbarkeit mit dem heute legendären Satz: „Ich bin zu Tode fotografiert worden!“
Mit gleichem Titel und Sujet brachte Joseph Vilsmaier 17 Jahre später einen Spielfilm heraus.
B) Fedora
Deutsch-französisches Drama von 1978
Mit seinen letzten Dollars in der Tasche fliegt der Produzent Barney Dettweiler in die Ägäis. In einer Villa auf Korfu lebt sehr zurückgezogen die legendäre Filmdiva Fedora, eine alte Frau, die noch immer aussieht wie eine Dreißigerin. Dettweiler will sie, die sich allen Filmangeboten seit Jahren verweigert, mit einem guten Drehbuch umstimmen. Als er wieder abreist, kennt er den Grund für ihre Zurückhaltung: ein schauerliches Familiengeheimnis.
Obwohl „Fedora“ deutlich an Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard“ gemahnt, vereint er doch alles, was das Verblühen seiner beispiellosen Hollywoodkarriere greifbar macht: billige Kulissen, europäische Originalschauplätze, Nebendarsteller aus dem Produktionsland BRD, eine fehlende Leichtigkeit. Obwohl Wilders vorletzter Film ebensoviele Mängel aufweist wie seine Heldin, ist er doch berührend und von beständigem Unterhaltungswert: ein „bad movie we love“.
Nächste Woche: Die Teuflischen und Alles, was wir geben mussten
___________
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Seit zehn Jahren hat sich Marlene Dietrich, der allergrößte deutsche Weltstar, in ihrer Wohnung in Paris verbarrikadiert. Die Diva will sich ihrem Publikum im Stadium des Verfalls nicht mehr zeigen. Sie gestattet ihrem Kollegen Maximilian Schell ein Film-Interview unter der Bedingung, dass sie darin nicht zu sehen, sondern nur zu hören ist.
Dieser Dokumentarfilm, der uns Marlene optisch nur in alten Film- und Wochenschau-Ausschnitten zeigt, ist selbst zur Legende geworden. Die Dietrich redet über Gott („meschugge“), ihre Karriere („hab ich nie ernst genommen“), den „Blauen Engel“ („der hängt einem doch zum Hals raus“) und begründet ihre Unsichtbarkeit mit dem heute legendären Satz: „Ich bin zu Tode fotografiert worden!“
Mit gleichem Titel und Sujet brachte Joseph Vilsmaier 17 Jahre später einen Spielfilm heraus.
B) Fedora
Deutsch-französisches Drama von 1978
Mit seinen letzten Dollars in der Tasche fliegt der Produzent Barney Dettweiler in die Ägäis. In einer Villa auf Korfu lebt sehr zurückgezogen die legendäre Filmdiva Fedora, eine alte Frau, die noch immer aussieht wie eine Dreißigerin. Dettweiler will sie, die sich allen Filmangeboten seit Jahren verweigert, mit einem guten Drehbuch umstimmen. Als er wieder abreist, kennt er den Grund für ihre Zurückhaltung: ein schauerliches Familiengeheimnis.
Obwohl „Fedora“ deutlich an Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard“ gemahnt, vereint er doch alles, was das Verblühen seiner beispiellosen Hollywoodkarriere greifbar macht: billige Kulissen, europäische Originalschauplätze, Nebendarsteller aus dem Produktionsland BRD, eine fehlende Leichtigkeit. Obwohl Wilders vorletzter Film ebensoviele Mängel aufweist wie seine Heldin, ist er doch berührend und von beständigem Unterhaltungswert: ein „bad movie we love“.
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