Alle 42 Kultfilme

The St. George Herald

Network / Marty

02.10.2026 40 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wenn in Hollywood nicht gerade die Autoren streiken, interessiert sich keine Katz dafür, dass zur Herstellung von Filmen und Serien zunächst einmal Drehbücher notwendig sind. Und dass es letztlich deren Qualität ist, auf der alle andere aufbaut. Einen großartigen Meister dieser stillen Kunst wollen wir heute für eine Dreiviertelstunde dem Vergessen entreißen: Paddy Chajefsky!

Paddy Chayefsky Revisited
 
A) Network
Amerikanische Mediensatire von 1976
Als der TV-Sender UBS den alternden Nachrichtenmoderator Howard Beal wegen sinkender Quoten entlassen will, kündigt dieser live seinen Selbstmord vor laufender Kamera an. Das Medienecho, das er dadurch erzeugt, bringt die ruchlose Programmchefin Diana Christensen auf die Idee, ihn in einer eigenen Sendung zum zornigen Prediger aufzubauen, der all den Wutbürgern da draußen (so sollten diese Leute viel später genannt werden) eine Stimme gibt. Doch Beale wird frech. Und auch dieser Erfolg hat ein Ablaufdatum ...  

Unglaublich, dass „Network“ zur Zeit seiner Entstehung als überzogen wahrgenommen wurde. Und noch unglaublicher, wie frisch sich dieser Film seither gehalten hat. Autor Paddy Chayefsky und Regisseur Sidney Lumet haben ihre Karrieren im fiktionalen Live-Fernsehen begonnen, ebenso wie eine ganze Generation von Hollywoodstars. An der Seite des Altstars William Holden spielen zwei der vier Oscar-Gewinner des Abends: Faye Dunaway und Peter Finch.
 
B) Marty
Romantische amerikanische Sozialsatire von 1955
Der schwerfällige Metzger Marty lebt noch im Haus seiner Mutter. Er wird von ihr, seinem Umfeld, ja sogar von der Kundschaft, dafür gerügt, als Ältester und einziger der Familie noch unverheiratet zu sein. Akzeptiert fühlt sich Marty nur von seinem kleinen Junggesellenclub, dessen nächtliche Vergnügungstouren ihn jedoch zunehmend anöden. Die Begegnung mit dem Mauerblümchen Clara, die im Ballsaal sitzengelassen wurde, ist im Grunde ein Betriebsunfall. Doch weder Marty noch Clara sind es gewohnt, sich auf jemand anderen einzulassen … 

„Marty“ war ursprünglich ein Fernsehspiel. Autor und Regisseur kamen durch das Kino-Remake nach Hollywood, gekrönt mit einem Oscar für den Besten Film und einem für den besten Hauptdarsteller. Die humoristisch gefärbte Milieustudie machte vor, wie das Genre der romantischen Komödie nach dem Ende der Screwball-Comedy aussehen würde. Dieses Vorbild wurde von seinen unzähligen Nachahmern in die Vergessenheit abgedrängt. Der stämmige Ernest Borgnine etablierte sich in der Titelrolle für den Rest seines langen Lebens als zuverlässige tragende Nebenfigur, spielte immer wieder Schurken und wurde sogar zum Serienhelden.
 
 Nächste Woche: Stalker und Company Men – Gewinn ist nicht alles
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Kultfilm-Azubis – Ein Podcast von THE ST. GEORGE HERALD
 
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